Die Bedeutung der autonomen Fahrzeuge für die Transportindustrie

Die Bedeutung der autonomen Fahrzeuge für die Transportindustrie

Das autonome Fahren verspricht nicht nur Sicherheit auf der Straße sondern auch mehr Effizienz und Kosteneinsparungen in logistischen Prozessen. Das oftmals sehr medienwirksame Thema der selbstfahrenden Autos und LKWs hat in der letzte Woche erneut Aufschwung erhalten. Der Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt hat in Zusammenarbeit mit seinem französischen Amtskollegen Alain Vidalies einer grenzüberschreitenden Teststrecke zugestimmt, um „weltweit die Standards für diese Schlüsseltechnologie [zu] setzen.“, so Dobrindt. Doch auf welchem Stand sind die technischen und rechtliche Grundlagen?

Das autonome Fahren wird bereits seit Jahren getestet

Schon 2015 wurde die erste Teststrecke auf der A9 zwischen München und Nürnberg für teilautomatisiertes Fahren, bei dem das System bereits bestimmte Funktionen übernimmt, der Fahrer jedoch noch in voller Verantwortung und die Hände am Steuer bleiben, freigegeben. Dabei sollte vor allem die „car-to-car“ als auch die „car-to-infrastructure“ Kommunikation getestet werden. Damit ist einerseits die datengetriebene Vernetzung der Autos untereinander als auch der Datenaustausch zwischen den Autos und verkehrstechnischen Systemen der Umgebung gemeint. Radarsensoren und Kameras, die in den Autos und auf der Straße angebracht sind, messen Verkehrsdichte, Tempo, Abstand zu anderen Verkehrsteilnehmern und andere Bewegungsdaten, die ausschlaggebend für die Funktionsweise der autonomen Systeme sind. Diese Daten werden per Cloud-Computing offen zur Verfügung gestellt, damit Unternehmen ihre Technologie im Realbetrieb erproben und weiterentwickeln können.

Eine Blackbox klärt die Haftungsfragen

Der tötliche Unfall eines Tesla-Fahrers in den USA im letzten Jahr drohte die Technologieblase der selbstfahrenden Autos platzen zu lassen. Auch wenn mittlerweile festgestellt wurde, dass keine Fehler im System den Unfall hervorgerufen haben, wird vor allem in der Politik hitzig über Haftungsfragen diskutiert. Im Januar 2017 hat die deutsche Bundesregierung erstmals Regelungen zum autonomen Fahren festgelegt. Darin wird die rechtliche Gleichstellung von menschlichen Fahrern und Computern festgehalten und somit der Weg für hochautomatisiertes Fahren geebnet. Demnach sollen menschliche Fahrer auch weiterhin am Steuer eines selbstfahrenden Autos sitzen, dürfen ihre Hände jedoch vom Lenkrad nehmen um etwa im Internet zu surfen oder Emails zu beantworten. Bei Systemwarnungen muss der Fahrer jedoch jederzeit in der Lage sein die Kontrolle über des Fahrzeugs wieder übernehmen zu können. Eine Blackbox im Auto, die Vorgänge genau aufzeichnet, soll im Schadensfall die Haftungsfrage klären. Ist das System für einen Unfall verantwortlich, haftet der Autoproduzent.

Selbstfahrende LKWs sind auf dem Vormarsch

In kontrollierbaren Umgebungen werden selbstfahrende Fahrzeuge in einigen Industrien bereits eingesetzt, wie z.B. in der Landwirtschaft und im Hafenbetrieb. Die Transportlogistik soll jedoch in den nächsten Jahren mit am meisten von der Technologie profitieren. Bereits 2014 hat Daimler auf der Nutzfahrzeugmesse IAA den Mercedes Benz Future Truck 2025 vorgestellt, welcher bereits eine Teststrecke auf der A14 bei Magdeburg erfolgreich im Autopilot gefahren ist. Uber, mittlerweile auch ins LKW-Geschäft eingestiegen, hat in den USA im Oktober letzten Jahres die erste kommerzielle Lieferung durch einen selbstfahrenden LKW medienwirksam inszeniert. Mit dem Fahrer in der Schlafkabine fuhr der LKW fast 200 km durch Colorado, um eine Bierlieferung autonom zum Ziel zubringen. Die Transportindustrie verspricht sich nicht nur enorme Kosteneinsparungen von der neuen Technologie sondern auch maximale Effizienz in der Logistik. Transportnetzwerke können miteinander verbunden und optimal ausgelastet werden. Vor allem Konvoifahrten, in denen die LKWs technisch miteinander verbunden und simultan auf Verkehrslagen reagieren, können das Verkehrsaufkommen effizient regulieren und vor allem Benzinkosten einsparen. Des Weiteren können Fahrer ihre Ruhezeiten besser einhalten, während der LKW autonom weiterfährt.

Bis vollautomatisierte Fahrzeuge auf unseren Straßen unterwegs sind, müssen jedoch noch einige Hürden überwunden werden. Diese sind sowohl technischer, rechtlicher als auch gesellschaftlicher Natur. Denn auch der breiten Bevölkerung müssen vorerst die Vorbehalte gegen komplett fahrerlosen Fahrzeugen genommen werden, bis diese ins normale Straßenbild integriert werden können. Wir bei sennder verfolgen die Logistiktrends der Zukunft genau, vielleicht können Sie in einigen Jahren dann auch auf sennder.com einen autonomen LKW für Ihre Lieferungen live buchen.