Revolutionierung der Ersatzteillogistik durch 3D-Drucker

Revolutionierung der Ersatzteillogistik durch 3D-Drucker

DIe Logistikbranche steht vor einer Transformation – die Digitalisierung beeinflusst mittlerweile jeden Bereich der Industrie. Für viele unserer Kunden, die im produzierenden Gewerbe tätig sind, ist beispielsweise die Ersatzteillogistik ein wichtiger und teilweise kostenintensiver Aspekt der Supply Chain. Bislang wird dabei auf Ersatzteile im Lager zurückgegriffen, doch dies könnte sich durch das Voranschreiten der Erforschung der 3D-Druck-Technologie grundlegend ändern.

Veränderungen in der Logistikbranche durch 3D-Druck

Die primäre Aufgabe der Ersatzteillogistik besteht darin, einen flüssigen Produktionsablauf durch die Bereitstellung von Ersatzteilen unter möglichst geringer Kapitalbindung zu gewährleisten. Dies involviert alle wesentlichen Aspekte der Supply Chain: Von der Bedarfsermittlung über die Beschaffung bis hin zur Lagerung von Materialien. Ein besonderes Augenmerk legt die Ersatzteillogistik demnach nicht nur auf die Sicherstellung des Bedarfs an Gütern, sondern vielmehr auf die Optimierung zwischen der Anzahl an vorrätigen Ersatzteilen und entstandenen Mehrkosten.

Der 3D-Druck in der Ersatzteilproduktion

Die Vision vieler Automobil- und LKW-Hersteller ist ein vollautomatisiertes, additives Produktionsverfahren, das durch neuste Informationstechnologie ermöglicht wird. Dabei soll langfristig für jedes (Ersatz-) Teil ein digitaler Datenersatz erstellt werden. Diese Datensätze werden zentral auf einem Hochleistungsrechner gespeichert, auf den 3D-Drucker orts- und zeitunabhängig zugreifen können. Wenn also ein Kunde ein Ersatzteil bestellt, so soll sich zukünftig der Drucker automatisch mit der zentralen Datenbank verbinden und auf die Daten, die hinter einer spezifischen Ersatzteilnummer abgelegt sind, zugreifen. Dadurch kann der Drucker automatisch mit der Produktion eines spezifischen Bauteiles beginnen und sichert so einen individualisierten Reparaturablauf.

Mercedes-Benz – Ein führender deutscher Lastkraftwagenhersteller legt vor

Seit 2016 stellt Mercedes-Benz LKW Kunststoffersatzteile durch ein solches additives Produktionsverfahren her. Die Vorteile für das Unternehmen liegen dabei auf der Hand: Bislang mussten tausende Ersatzteile in einer einmaligen Produktion durch das klassische Gussverfahren hergestellt und anschließend gelagert werden. Oftmals führt das zur Überproduktion und schließlich zur Verschrottung der Ersatzteile. Großunternehmen wie Mercedes Benz LKW kostet diese Bevorratung mehrere Millionen Euro jährlich. Der 3D-Druck ermöglicht hingegen die Durchführung des „One Piece Demand“ Konzeptes, also die ökonomische Herstellung von Waren mit geringer Stückzahl. Dadurch fällt die aufwendige Lagerung der Ersatzteile zu großen Teilen weg und überflüssiges Verschrotten wird vermieden.

3D Druck – Auswirkungen auf die Logistikbranche

Der 3D-Druck mag vielleicht noch keine massentaugliche Alternative zu dem weitverbreiteten Gussverfahren für Produkte mit hoher Stückzahl darstellen; zu aufwendig ist dafür bislang die Produktion. Nichtsdestotrotz verdeutlicht das Beispiel aus der LKW-Branche, dass der 3D-Druck bereits heute für Kunststoffprodukte mit geringer Auflagenzahl eine ressourcenschonende und kosteneinsparende Alternative zur gewohnten Ersatzteillogistik sein kann. Wie die Entwicklung des 3D-Druckes voranschreitet, bleibt abzuwarten. Möglicherweise könnte diese die traditionelle Ersatzteillogistik durch die dezentrale Produktionsmöglichkeit sogar ganz obsolet werden lassen.

sennder gestaltet Digitalisierung der Logistikbranche aktiv mit

Wir bei sennder sehen die Automatisierung von Geschäftsprozessen sowie sämtliche digitale Entwicklungen nicht als Hindernis, sondern als Chance, den Transportmarkt aktiv mitzugestalten und zu digitalisieren. Die Erforschung des 3D-Drucks und die Revolutionierung der Ersatzteillogistik stellen auch für uns interessante Geschehnisse dar, weil sowohl unsere Kunden als auch Dienstleister in Zukunft davon betroffen sein können. Gleichzeitig entwickeln auch wir unsere eigene Technologie stetig weiter, integrieren diese in unsere Geschäftsabläufe und gestalten so die Logistikkette für unsere Kunden transparenter.